Neil deGrasse Tyson über Stupid Design

Eine kleine Ergänzung zum kürzlich geposteten Video mit 50 Wissenschaftlern vs. Religion. Der Physiker Neil deGrasse Tyson bringt knallharte bis urknallharte Argumente gegen die Existenz eines intelligenten Designergottes:

Precht in Lüneburg

Richard David Precht wird Honorarprofessor an der Leuphana-Universität Lüneburg, wie ich gestern durch Zufall erfuhr. Mein erster Gedanke war: Na sicher! Kaum schreibt jemand ein Buch im Goldmann-Verlag und palavert sich anschließend mit wallendem Haar durch die Talkshows, gilt er als Philosoph und bekommt in Deutschland auch noch eine Professur. Sloterdijk hat’s ja vorgemacht, wie man mit einer gewissen rhetorischen Begabung, zitierfähiger Frisur und nasezudrückender Brille als jemand durchkommt, der was Interessantes zu sagen hätte.

Aber der Fall liegt bei Precht vielleicht etwas anders. Vermutlich wird von ihm zwar ähnlich wie bei Sloterdijk kein relevanter Beitrag zu akademischen philosophischen Debatten zu erwarten sein. Aber immerhin begnügt er sich nicht mit der Rolle des näselnden Zeitgeistformulierers. Er sieht sich ja offenbar in einer Vermittlerposition zwischen akademischer Philosophie und Öffentlichkeit, ohne den peinlichen Sloterdijkschen Daueranspruch auf Originalität.

Anders als bei Sloterdijk nehme ich ihm sein gesellschaftliches Engagement ab. In einem Interview mit Thomas Metzinger  (das ich wirklich empfehlen kann) lässt er nicht nur Metzinger zur Entfaltung kommen – gehört übrigens zu den soft skills eines Moderators, die Sloterdijk im Philosophischen Quartett stets vermissen lässt (bei den zwei Folgen, die ich mal gesehen habe) – , er bringt auch den ein oder anderen interessanten Vorschlag zur Verbesserung der philosophischen Ausbildung, Bemerkungen zur gesellschaftlichen Rolle der Philosophen usw. Das ist nicht alles revolutionär neu, aber soll’s ja auch nicht sein. Es scheint mir aber wichtig zu sein, dass sich die Philosophie um sowas kümmert.

Dass die Philosophen in Deutschland zu wenig in die Öffentlichkeit drängen, scheint mir jedenfalls unbestreitbar zu sein, gerade wenn man sich ansieht, wie etwa Philosophen wie Peter Singer auftreten. Natürlich gibt es noch ein paar Figuren, die wahrgenommen werden. Aber von Habermas kommen nur noch Plattitüden über die allgemeine Lage der Dinge und des Kosmos, von Sloterdijk kam sowieso nie was, und ansonsten kann man nur ab und zu mal Gunter Gebauer bewundern, wie er bei 3sat oder in der SZ gegen Doping ist.

Der geringe Einfluss der Philosophie auf aktuelle Debatten ist nicht nur die Schuld der ignoranten Öffentlichkeit, sondern auch eines von deutschen Philosophen gepflegten Gestus der Sauberkeit. Kaum einer will sich die Finger schmutzig machen und populär sein. Gerade in den ethischen Debatten um PID, Embryonenforschung, Atomkraft etc. hat die Philosophie ja was zu sagen. Welche Positionen und Argumente in der akademischen Philosophie vertreten und diskutiert werden, und warum manche permanent durch Zeitungen und Internetforen geisternden Argumente problematisch oder schlichter Unsinn sind, das müsste man so einfach und klar wie möglich darstellen und auch nicht davor zurückschrecken, sich mit solchen Totalausfällen wie Kardinaloberfeldwebel Meisner auseinanderzusetzen (hier sein jüngster Streich). Denn der wird gehört, Norbert Hoerster wohl eher weniger.

Es braucht Leute, die philosophische Positionen an eine breite Öffentlichkeit gut vermitteln können, und möglicherweise sind die Prechts dieser Welt da schlicht notwendig. Auch wenn sie keinen substantiellen Beitrag zur Philosophie selbst leisten, helfen sie doch dabei, den gesellschaftlichen Stellenwert der Philosophie nicht nocht weiter absacken zu lassen. Insofern ist eine Professur für Precht vielleicht gar nicht so verkehrt, auch wenn eine Professur für die Vermittlung von Philosophie und Öffentlichkeit sicher sinnvoller wäre als eine Professur, in der er Bachelor-Studenten in die Philosophie einweiht.

50 bekannte Wissenschaftler über Gott, Religion und religiösen Glauben

Leiter Reports macht auf dieses Video hier aufmerksam:

Alles Größen ihres Faches, z.T. Nobelpreisträger, und nahezu alle Urteile über Religion sind vernichtend. Am coolsten ist Simon Blackburns Kommentar zu religiösem Glauben: “I think it’s a subject for comedy. It’s part of the human comedy.”

Boghossian in der NYT über moralischen Relativismus

Paul Boghossian in der New York Times über moralischen Relativismus:

Für diejenigen, die seine Arbeiten zum Thema Relativismus schon kennen, steht nicht viel Neues drin – es ist eine essayistische Kurzfassung seines Aufsatzes Three Kinds of Relativism, der dieses Jahr im Blackwell Companion to Relativism, herausgegeben von Steven D. Hales, erschien. Dennoch ist der Artikel – wie alles von ihm – empfehlenswert, da er seine Position kurz, präzise und unterhaltsam zusammenfasst. Er zeigt darin, welche Probleme man sich einhandelt, wenn man die Rede von absoluten Moraltatsachen aufgibt, und statt dessen einen moralischen Relativismus (“Handlung H ist richtig oder falsch nur relativ zu Moralcode M, nicht aber absolut richtig oder falsch.”) oder sogar einen Nihilismus/Eliminativismus (“Sowas wie ‘richtig’ und ‘falsch’ gibt es überhaupt nicht.”) befürwortet.

Weitere Publikationen von Boghossian, z.T. online verfügbar, findet man auf seiner Homepage. Weiterführend zum Thema sind insbesondere die Aufsätze Three Kinds of Relativism (2011) und What is Relativism? (2006), sowie grundsätzlich sein schmales Büchlein Fear of Knowledge (2006), das für mich das beste philosophische Buch ist, das ich seit langem gelesen habe.

Breivik

Der Norwegische Attentäter Anders B. Breivik erwähnte in seinen facebook- und twitter-accounts u.a. William James, Kants Kritik der reinen Vernunft und Adam Smiths An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations. In seinem wirren 1518 Seiten-Manifest A European Declaration of Independence, das mit einer Schmährede gegen Kulturmarxismus (?) und Islamisierung beginnt und mit einer “short introduction to agriculture and surface mining” (!) sowie lächerlichen Fotos endet, tauchen Herder, Kant, Schopenhauer, Adorno, Habermas, Arendt usw., jedenfalls eine riesige Zahl an Philosophen auf.  Bei twitter hatte er ein Motto von John Stuart Mill im Profil: “One person with a belief is equal to the force of 100 000 who have only interests.”

Sicherlich hat er all das nie gelesen. Auch das direkte Zitat ist falsch, vermutlich von einer Internet-Zitateseite geangelt. Es stammt ursprünglich aus Mills Considerations on Representative Government und lautet im Original “One person with a belief is a social power equal to ninety-nine who have only interests.” (Aus 99  mach 100 000! Do it like Jesus, hat er sich als christlicher Tempelritter gesagt.)

Was lernen wir daraus? Nur das, was wir schon wussten: Leute, die philosophische Motti und paar große Namen vor sich her tragen, sind prinzipiell verdächtig, v.a. wenn die Motti nur aus einem Ein-Satz-Zitat bestehen und dieses dann auch noch falsch ist.

Ich schließe mit Kant: “Eine verdammte Scheiße ist das alles.”

Bieri über Wichtigtuer

Peter Bieri in einem Interview mit dem Cicero im Jahr 2006:

Ich bin so in die Philosophie gegangen, wie jemand ins Kloster geht, nämlich um sein Leben mit den wichtigen Dingen zu verbringen. Ich habe gemeint, so sei es in der Universität. Bis mir klar wurde, dass auch hier einfach ein soziales Spiel gespielt wird, das akademische Spiel, in dem es viel Wichtigtuerei gibt. Das war eine gewaltige Enttäuschung. Doch als ich es begriffen hatte, war es zu spät, noch etwas Anständiges zu lernen.

[...]

Die Philosophen halten sich, und das muss man ihnen zum Vorwurf machen, hinter einer Fassade akademischen Jargons versteckt. Leute, die an einem philosophischen Institut vorbeigehen, haben keine Ahnung, was dort getrieben wird. Das ist ein unmöglicher Zustand, der sehr viel mit der Fachsprache der Philosophie zu tun hat, die wiederum ein Ergebnis der Professionalisierung ist. Deshalb habe ich mein Buch „Das Handwerk der Freiheit“ auch dem Gebot unterworfen, nicht ein einziges Wort zu gebrauchen, das nicht jeder kennt.

Ich habe auch den Eindruck, dass sich in Deutschland immer noch zu wenig Philosophen um Verständlichkeit oder sogar Breitenwirksamkeit bemühen. Dabei zeigen v.a. die US-amerikanischen Philosophen, wie man hohes philosophisches Niveau mit Einfachheit und mitunter erdigem Engagement verbinden kann. Mir fiele kein Philosoph in Deutschland ein, der sich z.B. in ähnlicher Weise wie Peter Singer dafür einsetzt, nicht nur hübsche philosophische Ideen zum Welthunger zu entwickeln, sondern diese Ideen auch verständlich zu formulieren, in die nichtphilosophische Öffentlichkeit zu tragen und selbst danach zu handeln. (Kann man sich Habermas oder irgendeinen anderen deutschen hoch gehandelten Philosophen vorstellen, wie er so ein Video hier macht? Ok, das ist nun ziemlich doof und dränendrüsig geraten, aber immerhin. Ich kenne keinen deutschen Philosophen, der sich per youtube-Botschaft an ein größeres Publikum wenden würde.)

PS: Bieris Vortrag über Macht und Ohnmacht der Analytischen Philosophie, gehalten nachdem er seine akademische Karriere an den Nagel gehängt hatte. Auch nicht ganz uninteressant.

Der jüngste Versuch, krakelenden Nicht-Singer-Lesern Singer zu erklären

Im Zuge des Streits, der sich an die Verleihung des Ethik-Preises der Giordano-Bruno-Stiftung an Peter Singer anschloss, hat sich der Singer-Schüler Edgar Dahl beim Humanistischen Pressedienst geäußert und ein paar der vielen falschen Unterstellungen gegenüber Singer korrigiert:

Es wird natürlich nichts helfen. Einige Leute werden nie aufhören, in ihm wie Peter Hüppe, der Behindertenbeauftragte der Regierung, einen “Tötungsphilosophen” zu sehen und ihm uninformiert irgendwelche nazimäßigen Euthanasieprojekte und Behindertenfeindlichkeit anzuschwatzen, und sie werden dabei weiterhin in jedem Satz zeigen, dass sie seine Texte nie gelesen haben. (Über den Gang der Debatte kann man sich auf der Homepage der Giordano-Bruno-Stiftung informieren.) Schade, denn eine sachliche, philosophische Kritik hätte Singer durchaus nötig, denke ich. Von lesefaulen Schreihälsen wird da allerdings nichts kommen, mit dem man sich sachlich auseinandersetzen kann.

Wittgenstein und Adorno machen Fotos von sich

Eine auch den Kenner verblüffende Parallele zwischen Wittgenstein und Teddy Adorno: Beide machten offensichtlich gern alberne Fotos von sich selbst (hier und da) und könnten damit in jedem social network als Emo durchgehen.

Vom Aufschieben

Letztes Jahr erschien ein Buch, das sich aus philosophischer Perspektive mit dem Phänomen der Prokrastination beschäftigt, dem Aufschiebeverhalten. Ist ja klar, dass das erst so spät kommt. Vermutlich steht nix Wichtiges drin, aber laut einer Rezension gibt’s am Ende immerhin ein paar Tipps, wie man Prokrastination überwinden kann (wozu man natürlich erstmal aufhören müsste zu prokrastinieren, aber sei’s drum):

There is no cure yet, but some treatments are proven to be of help to some. [...] [Y]ou must have specific plans as to when, where, and how you will perform a specific task. It is best if you form what is called an “implementation intention” — a plan that has an if-then structure, such as “if I turn on the computer, I’ll first work on my essay for 20 minutes.” You must use “scaffolding” for your will, that is, manipulate the environment in such a way as to make your desired behavior more likely: if you want to be hard-working, for example, try to be around hard-working people. If you tend to check your email too much, make it hard for yourself to connect to the internet (advice is given about specific scaffolding techniques). If you have more self-control in some domains than others [...] you can “leverage” control — reward or punish yourself into changing your behavior.

(Quelle: Review von Nomy Arpaly, Notre Dame Philosophical Reviews, erschienen am 2011.07.07)

Les ich vielleicht später mal.

Scheinargumente in der PID-Debatte

Ein hervorragender Artikel in der FAZ von Jürgen Kaube, der einige der Scheinargumente, die gegen PID ins Feld geführt wurden, noch einmal prägnant zusammenfasst und kritisiert.

(Danke für den Hinweis an http://giordanobrunostiftung.wordpress.com)

Das “Nazi-Argument” in den Debatten um PID, Embryonenforschung und Abtreibung

Beim Lesen dieses Blogeintrags fühlte ich mich wieder an altbekannten Unsinn erinnert, daher mal ein paar allgemeinere Gedanken dazu. In den Debatten um PID, Embryonenforschung und Abtreibung liest man – im Netz jedenfalls – häufig die These, die Befürworter würden wie die Nazis zwischen wertem und unwerten Leben unterscheiden. Ich nenne dieses Argument hier das “Nazi-Argument”. Dieses Argument ist falsch, aus sehr vielen Gründen, u.a. weil es hier keine irrationale rassentheoretische Basis gibt, von der aus man argumentieren würde: Die öffentlichen Debatten darüber sind frei von rassentheoretischem Unsinn. Ich möchte hier allerdings einen anderen Aspekt hervorheben. Beim Nazi-Argument werden meiner Meinung nach stets zwei Fragen durcheinandergeworfen:

(1) Handelt es sich bei einem x um einen Menschen?

(2) Darf man Menschen unter bestimmten Umständen das Leben nehmen?

Die in den genannten Debatten strittige Frage ist (1), das Nazi-Argument dagegen fällt – wenn überhaupt – in den Bereich der Frage (2). Dass beide Fragen voneinander unabhängig sind, sieht man daran, dass eine Antwort auf Frage (1) noch völlig offen lässt, wie Frage (2) zu beantworten ist, und andersrum genauso.

Anders als bei der Sterbehilfe-Debatte ist bei Embryonen (oder allgemeiner: bei Zellformationen, aus denen sich potentiell ein Mensch entwickeln könnte) noch gar nicht entschieden, ob wir überhaupt über einen Menschen im moralischen Sinne reden, d.h. über jemanden, der über bestimmte Rechte, Menschenwürde, moralischen Status, Personenstatus usw. verfügt. Darüber wird ja eben gerade erst debattiert. Und das heißt auf der anderen Seite: Es wird nicht darüber entschieden, ob das Leben eines Menschen Wert besitzt oder nicht, vielmehr scheinen alle an der Debatte Beteiligen sich da relativ einig zu sein: Wenn etwas ein Mensch ist, dann besitzt er ein Recht auf Leben und Menschenwürde. (Womit ich überhaupt nichts über den Fall der Sterbehilfe sagen will. M.E. ist es mit der Menschenwürde vereinbar, in bestimmten Situationen und unter sorgfältig geklärten Bedingungen einen Menschen von unerträglichem Leid zu befreien.)

Paul Boghossian über den Völkermord an den Armeniern

Ein Interview mit dem nicht gerade überoriginellen Titel Fear of Terminology, das Khatchig Mouradian im Jahr 2007 mit Paul Boghossian führte:

Es ist erschreckend, welche bescheuerten Argumente dagegen vorgebracht wurden, dass der Genozid an den Armeniern 1915 tatsächlich ein Genozid war. Etwa die These, es könne 1915 keinen Genozid gegeben haben, weil das Wort erst um 1940 herum eingeführt und etabliert wurde. Boghossian antwortet darauf in gewohnter Klarheit und wischt das vom Tisch, aber ist schon grotesk, dass man sich überhaupt mit solchem Unsinn konfrontiert sehen muss.

Sloterdijk faselt mal wieder vor sich hin

Aus der Leseprobe (PDF) zum jüngsten Geniestreich unserer näselnden Plaudertasche mit der zitierfähigen Szenefrisur:

Plausible Gesellschaftstheorie ist nur noch als Theorie unwahrscheinlicher Großkörper zu betreiben oder, wenn man so will, als soziale Physik vernetzter Agenturen. Die Theorie der Großkörper bildet ein Kompositum aus Streßtheorie, Medientheorie, Kredittheorie, Organisationstheorie und Netzwerktheorie. Ich will im aktuellen Zusammenhang besonders auf die überragende Bedeutsamkeit des Streß-Konzepts aufmerksam machen. Nach meiner Auffassung sind die politischen Großkörper, die wir Gesellschaften nennen, in erster Linie als streß-integrierte Kraftfelder zu begreifen, genauer als selbst-stressierende, permanent nach vorne stürzende Sorgen-Systeme.

Klar, was auch sonst. Eine “plausible Gesellschaftstheorie” sollte “Gesellschaft” unbedingt als “unwahrscheinlichen Großkörper” (an anderer Stelle auch als “Fabeltier”) begreifen, oder noch genauer: als “selbst-stressierendes, permanent nach vorne stürzendes Sorgen-System”. Das könnte natürlich vieles klarer machen.

Ganz heißer Anwärter auf den Schwafelhannes-of-the-year-Award.

David Chalmers über iPhones als Teil unseres Geistes

In einer 15-minütigen Präsentation stellt David Chalmers seine extended-mind-These vor, derzufolge (etwas schlampig gesagt) Dinge außerhalb unseres Körpers Teil unserer kognitiven Prozesse sein können – etwa iPhones, Notebooks usw. Die Dinger denken nicht nur für uns, wir denken mit ihnen und bilden mit ihnen ein “coupled system that can be seen as a cognitive system in its own right”. (Eine sehr gute deutschsprachige Darstellung der extended-mind-Theorie gibt’s bei Wikipedia.) Der locus classicus ist Chalmers Artikel The Extended Mind, gemeinsam mit Andy Clark verfasst. Dort lesen sich die Thesen wie folgt:

Epistemic action, we suggest, demands spread of epistemic credit. If, as we confront some task, a part of the world functions as a process which, were it done in the head, we would have no hesitation in recognizing as part of the cognitive process, then that part of the world is (so we claim) part of the cognitive process. Cognitive processes ain’t (all) in the head!

[...]

In these cases, the human organism is linked with an external entity in a two-way interaction, creating a coupled system that can be seen as a cognitive system in its own right. All the components in the system play an active causal role, and they jointly govern behavior in the same sort of way that cognition usually does. If we remove the external component the system’s behavioral competence will drop, just as it would if we removed part of its brain. Our thesis is that this sort of coupled process counts equally well as a cognitive process, whether or not it is wholly in the head.

Und etwas später im Text:

While some mental states, such as experiences, may be determined internally, there are other cases in which external factors make a significant contribution. In particular, we will argue that beliefs can be constituted partly by features of the environment, when those features play the right sort of role in driving cognitive processes. If so, the mind extends into the world.

Was sagt man dazu?

Nachtrag:  The New York Consciousness Collective mit Frontman Chalmers trägt mit beeindruckender Virtuosität den Zombie Blues vor.

Online-Petition zum Fall Koch-Mehrin

Silvana Koch-Mehrin hat sich, wohl auf Druck von Partei und Öffentlichkeit, zwar aus dem Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie wieder zurückgezogen, sitzt aber immer noch im EU-Parlament und hat bisher kein klares Wort zu ihrem Plagiatsbetrug verloren. Bis zum 13. Juli kann man folgende Online-Petition unterschreiben:

Koch-Mehrin wird darin sowohl zum Rücktritt von ihrem Mandat im Europäischen Parlament aufgerufen als auch zur Übernahme der Verantwortung (bisher hat sie ja lediglich der Uni Heidelberg den Schwarzen Peter zugeschoben): Weitere Infos gibt’s im blog von De Plagio.

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