Falls jemand wissen will, was man zur Zeit so in der Literaturwissenschaft macht:
Die Frage nach der Relevanz von Tieren macht eines klar: Tiere sind überall, Tiere gehören auf elementare Weise jeder Kultur an, mit und an Tieren wird Kultur geschaffen. Praktiken der Zucht, der Jagd, des Experiments sowie Beobachtungsanordnungen wie Menagerie, Zoo oder Zirkus verdeutlichen sowohl die vielfältigen Macht- und Wissenskomplexe, die auf Tiere einwirken, als auch die historische Variabilität dieser Prozeduren. Tiere sind also kulturhistorisch durchformt. Diese Durchformungen als kulturelle Semiosen lesbar und auf ihre politischen Implikationen hin durchschaubar zu machen, lässt sich als eine Aufgabe einer Kulturgeschichte der Tiere formulieren. Zugleich können Tiere auch als Akteure in historisch und lokal variierenden Netzwerken verstanden werden, die zur Produktion von kulturellem Sinn aktiv beitragen. Tiere erscheinen aus dieser Perspektive als materiell-semiotische Knoten.
[Zitat aus einem aktuellen Call-f-Papers, Quelle: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=18417]
Im CfP wird auch folgende Frage gestellt: “Wie verändert die Frage nach Texttieren, nach ihrer Literarizität und ihrem Verhältnis zu den materiellen Tieren, die literaturwissenschaftliche Methodik?” Darauf möchte ich erschöpfend antworten, da ich grad zufällig 10 Sek. Zeit habe: Gar nicht. Die Veranstalter dürfen mich in der zu erwartenden Publikation gern zitieren [!]. Das Interdependenzverhältnis von Zitat und Tier verdient allerdings eine eigene eingehende Untersuchung, die ich hier nicht leisten kann, weil ich dafür noch weitere 5 Sek. bräuchte.
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