Ein wunderbarer Podcast:
Sehr empfehlenswert ist die Folge The worst argument in the world. Diskutiert werden von den Philosophen James Franklin und Peter Slezak Searles Argument vom chinesischen Zimmer, Pascals Wette, der ontologische Gottesbeweis, u.a.
Interessant ist z.B. der Austausch über Searles Gedankenexperiment vom chinesischen Zimmer, da ja zeigen soll, dass Computer aus prinzipiellen Gründen nicht intelligent handeln, d.h. das tun können, was Menschen tun können, z.B. etwas “verstehen” (Kurzfassung hier, Langfassung hier). Slezak behautpet, Searles Argument sei miserabel, weil es eine lebende Person im Inneren des Computers (des chinesischen Zimmers) zum Kriterium dafür mache, ob der Computer (das System des chinesischen Zimmers) nun verstehe, was es da macht:
Now, the quickest way I can point to what I think is the flaw in this, is the question is, what the hell is Searle doing in the room and why is the criterion of whether a system understands, whether an intelligent person inside the system has understanding? This is a version of what’s well known in philosophy and elsewhere as the homunculus fallacy.
James Franklin dagegen bestreitet, dass es bei dem Argument darauf ankomme, wer oder was das im chinesischen Zimmer mit den chinesischen Zeichen hantiere. Das müsse kein Mensch, es könne genausogut ein Affe oder ein Zombie sein:
I don’t believe the homunculus being intelligent is an essential part of the argument, that it could be just a monkey or anything that will be able to follow the rules; in fact, a computer. What the argument is supposed to demonstrate, is that there must be something different in the case of thinking. Wouldn’t his argument still be there if there’s a zombie brain or indeed a computer in there following the Chinese rules? He would say from the outside, you can’t see any of that, the room still appears to be intelligently answering in Chinese, but you know, because you’ve set up the experiment, that there is nothing in there thinking or understanding. Therefore thinking or understanding must be something essentially different.
Wer hat Recht? Man weiß es nicht. Allerdings würde es Searles Argument vermutlich auch dann nicht zu einem guten Argument machen, wenn Franklin Recht hätte. Die eigentliche Schwierigkeit beim chinesichen Zimmer scheint zu sein, dass das ganze System (das Zimmer mit seinem kompletten Inventar, inklusive Wörterbüchern und Searle/Affe/Zombie/etc.) tatsächlich Chinesisch zu verstehen scheint. Man gibt chinesische Botschaften herein und es kommen die passenden chinesischen Antworten heraus. Das ganze System scheint also doch intelligent zu operieren und die Sprache zu verstehen. Dieser Einwand, bekannt als System’s Reply, scheint mir schwerer zu wiegen als die Tatsache, dass im ursprünglichen Gedankenexperiment ein Mensch im chinesischen Zimmer hockte.
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