Sensation: Paul Feyerabend wäscht ab!

Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie mal hier:

Ali G vs. “Norman” Chomsky

Feinsinniger Humor ist das nicht, hier wird eher mit der groben Kelle serviert:

Das Rhizom und was man in der Wissenschaft damit machen kann

Achtung, ein Internetscherz!

Das Philoblog weist auf einen neuen Internetulk hin, bei dem man analytische Philosophen durch den Kakao ziehen kann:

Mein bisheriger Favorit ist das hier. Und hier fühle ich mich ertappt.

Geschlecht, Büros und Tiere

Ja, diese Überschrift klingt für das ein oder andere Ohr vielleicht etwas schmutzig. Und richtig gehört, denn es geht um Literaturwissenschaft. Geschlechter, Büros und Tiere sind da anscheinend der neueste Schrei. Ich bin ja großer Fan von wissenschaftlichen Newslettern und mailing-Listen, insbesondere von Tagungsankündigungen und Call-For-Papers in den Geisteswissenschaften. Vor allem mag ich die Email-Liste von H-Germanistik. Dort bekommt man einen guten Einblick, was gerade im Fach en vouge ist. Hier eine kleine Blütenlese der letzten Zeit:

In einem Call for Papers für eine Tagung über “Synthese und Perspektiven der Konstitution von Raum und Geschlecht” kann man zum Beispiel lernen, dass “Raum nicht ohne Geschlecht zu denken ist und vice versa. Zu den drängenden Forschungsfragen gehört daher diejenige nach der Verschränktheit von Raum und Geschlecht.” Eine der weiteren (wie immer: “drängenden”!) Forschungsfragen auf diesem Symposium ist: “Inwiefern sind [...] Mobilitäten abhängig von Geschlechterordnungen und räumlichen Anordnungen bzw. wie werden diese durch die Bewegungen von Subjekten und Objekten neu verhandelt?” Wer also lernen will, warum Mobilitäten (?) abhängig von Geschlechterordnungen (??) sind und zudem “durch die Bewegungen von Subjekten und Objekten neu verhandelt” werden (???), der sollte mal ganz mobil den Raum durchqueren, ohne sich dabei sein Geschlecht zu verschränken, und sich dort blicken lassen.

Auch nett: Ein Call for Papers für eine Tagung mit dem hübschen Titel “Das Büro als Interieur“. Dort “figuriert [das Büro] als ein Dispositiv, als «heterogenes Ensemble, das Diskurse, Institutionen, architekturale Einrichtungen, reglementierende Entscheidungen, Gesetze, administrative Maßnahmen, wissenschaftliche Aussagen, philosophische, moralische oder philanthropische Lehrsätze, kurz: Gesagtes ebenso wohl wie Ungesagtes umfasst». (Foucault 1978)” Falls jemand weiß, welche philosophischen Lehrsätze Büros in der Regel umfassen, bin ich für Hinweise dankbar. Ansonsten gibt’s sicher bald einen Sammelband zu den Büro Studies oder sogar den Büro Turn.

Natürlich gibt es auch dieses Jahr wieder eine Summer School für die Animal Studies mit sage und schreibe 33 Stipendien. Dort wird man sich laut Ausschreibung einig darüber sein, dass Tiere “sowohl Ordnungszeichen als auch Ordnungsinstrumente” sind und dass sie “als Figurationen von Abweichungen und Ausschließungen” betrachtet werden können. Als blinder Hund kann ich das natürlich nur unterschreiben.

Ich will gar nicht abstreiten, dass solchen Verlautbarungen sinnvolle Forschungsprojekte zugrunde liegen können. Allerdings reizt es mich persönlich eher zum Lachen, wenn relativ triviale Sachverhalte so dermaßen rhetorisch aufgebläht präsentiert werden. Aber so ist das wohl. Das betrifft auch nicht nur die literaturwissenschaftlichen Werbeschriften – dort finde ich persönlich es nur besonders auffällig, wie massiv Schwurbeleien dieser Art zu finden sind. Rhetorische Aufgeblasenheiten dieser Art findet man aber genauso in anderen Geisteswissenschaften.

Derrida im Bundestag

Norbert Lammert gratuliert zu 80 Jahren aufgeschobener Präsenz:

Ach, sag bloß

Der Harlem Shake erreicht nun auch Philosophiekurse:

Blinder Hund voller Widersprüche

Ich fühle mich eigentlich ganz gut getroffen:

Einführung in die Logik

James Gray hat eine kurze Einführung in die Logik als ebook veröffentlicht:

Das Ganze natürlich auf Englisch.

Blindenhunde im Atomkraftwerk

WordPress bietet ja die großartige Möglichkeit, die Suchbegriffe anzeigen zu lassen, über die jemand auf dieses Blog gestoßen ist. Das ist mitunter recht unterhaltsam. Hier eine kleine Blütenlese aus den letzten Monaten, thematisch geordnet.

Suchanfragen allgemeineren Charakters:

  • kritik der reinen vernunft kurze zusammenfassung
  • reducto ad anunum
  • licht für wurstpräsentation
  • informiere dich in einer philosophiegeschichte über david hume
  • handpuppe hegel
  • inzestuöse eheschließung ein mittel zur durchsetzung von macht
  • bananentelefon
  • rasurtasse

Eine ganz eigene Kategorie bilden Hundeanfragen:

  • hatte habermas einen hund
  • derridas hund
  • adornos hund
  • ppt hund verkaufen
  • hund präsentation
  • der hund in der philosophiegeschichte
  • blinder mops
  • blindenhund atomkraftwerk

Es gibt auch genuin philosophische Anfragen, z.B.:

  • sind gesetze wahrheitswertfähig
  • was druckt proposition an aus [mein persönlicher Liebling, dbH]

Und eine Frage, auf die ich auch gern eine Antwort hätte:

  • wie viele arbeitslose philosophen gibt es?

Titelsünden

Es gibt ja so ein paar grauenhafte Regelmäßigkeiten, was die Vergabe von Titeln für wissenschaftliche Arbeiten angeht. In der Literaturwissenschaft ist das vielleicht am schlimmsten, man denke an die komplett einfallslose Standard-Titelei nach dem Muster:

“[nichtssagendes und/oder unverständliches Zitat]” – [noch nichtssagendere und/oder unverständliche Erläuterung mit Autornamen]

Dieses Muster wird dann beliebig gefüllt:

  • “Jaja, ist es heute wieder spät geworden!” – Aporien des Zeitlichen bei Goethe
  • “Bücher kann man drucken!” – Eine reproduktionslogische Druckologie der Macht bei Benjamin
  • “Ich kratz dir das Wort von der Motorhaube” – Textautos bei Celan
  • usw.

Doch auch in der Philosophie, sogar in der guten, sind Titelsünden anzutreffen. So zum Beispiel Wiederaufnahmen von Austins How to do things with words. Der Philosopher’s Index warf selbst nach extrem schlampiger Recherche noch folgende Titel aus:

  1. How To Do Things with Art
  2. How To Do Things with Austin’s Words
  3. How to Do Things with Candrakirti: A Comparative Study in Anti-Skepticism
  4. How to Do Things with Causes
  5. How to Do Things with Documents
  6. How To Do Things with Emotions
  7. How To Do Things with Fables: Ibn al-Muqaffa’s Frank Speech in Stories from Kalila Wa Dimna
  8. How to Do Things with Letters? Sprechen und Schreiben in Wittgensteins Philosophie
  9. How to Do Things with Nietzsche: Nietzsche als Methode — Eine Versuchsanordnung mit drei Opern Richard Wagners
  10. How To Do Things with Numbers: MacIntosh on the Possible Eternity of the World
  11. How To Do Things with Perception: Sehen als Praxis
  12. How to Do Things with (Recorded) Words
  13. How to Do Things with Things: Objets trouves and Symbolization
  14. How To Do Things with Worlds: Intentionality and the Ontology of Model-Theoretical Semantics

Kurz: Irgendwann isses nich mehr lustig.

Who Said It: SpongeBob Or Nietzsche?

(via IPUP und Lichtwolf)

Breaking News: Evolutionstheorie auf youtube widerlegt!

Skurrile Realsatire von evolutionskritischen “Wissenschaftlerinnen”:

(via Der Postillon)

Philosophie bei Stupidpedia

Falls jemand prokrastinieren will (wie ich) und auch noch über anspruchslosen Humor verfügt (wie ich), der kann sich auf den Seiten der Stupidpedia kurzweilig über Philosophie informieren. Dort gibt es einige Artikel zu Philosophen und philosophischen Theorien:

Empfehlenswert sind z.B. der ausgezeichnet informierte Artikel über die Dekonstruktion, die Artikel über Zenons Paradox, Sokrates, Metaphysik, Hegel und Heidegger.

Nutzlose arbeitslose Philosophen

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