Gesetze der Literaturwissenschaft #10
10. Oktober 2012 5 Kommentare
Dass es sich bei einem Vortrag über ein Phänomen X um einen germanistischen oder kulturwissenschaftlichen Vortrag handelt, erkennt man daran, dass X mit Begriffen oder Theoremen von Kierkegaard, Nietzsche, Heidegger, Benjamin, Adorno, Levinas, Derrida und Agamben umschrieben wird, wobei keiner dieser Begriffe und keines dieser Theoreme auch nur in einem Satz erläutert wird. Das ganze findet auf einer germanistischen oder kulturwissenschaftlichen Fachtagung statt genau dann, wenn in der anschließenden Diskussionsrunde niemand nachfragt, was diese Begriffe oder Theoreme eigentlich besagen, inwiefern sie miteinander vereinbar sind oder was genau sie mit X zu tun haben.

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