Wege aus der Arbeitslosigkeit für Philosophen
25. Juni 2012 16 Kommentare
Arbeitslose Philosophen bevölkern Deutschland und sorgen für Terror und Schrecken auf deutschen Straßen. Was im Bachelorstudium als harmloser philosophischer Lesekreis begann, hat sich heute oft zu exklusiven Parallelgesellschaften mit befremdlichen Bräuchen und für den Außenstehenden gänzlich unverständlichen Ritualen ausgewachsen. Ausgewachsene Philosophen, die nach dem Studium in die Arbeitslosigkeit abdriften, schließen sich immer öfter zu Rudeln zusammen, bilden städtische Ghettos aus, ganze Viertel werden mittlerweile von ihnen kontrolliert (es gibt Gegenden in Heidelberg und Tübingen, die kein Nicht-Philosoph je betreten sollte). Merkel hat lange weggeschaut und tut es noch immer, auch Frank Schirrmacher hat noch kein Buch darüber geschrieben und in der FAZ die obligatorische “Passend-zu-meinem-Buch-Debatte” vom Zaun gebrochen. Was sollen wir tun, wenn Politik und Öffentlichkeit dermaßen versagen? Die Antwort ist nicht überraschend: Handpuppen basteln.
In New York zeigen arbeitslose Philosophen, wie man sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und verbessern kann. In der Unemployed Philosophers Guild haben sich Philosophen friedlich zusammengefunden, um aus ihrer scheinbar nutzlosen philosophischen Bildung Kapital zu schlagen und den Alltag der Geistesmenschen mit bedenkenswerten Produkten zu verschönern. Z.B. verkaufen sie diese schönen Erderwärmungs-Tassen:
Ihre besondere Spezialität liegt allerdings in der Fertigung von Handpuppen mit Charakteren aus der Geistes- und Geistlosigkeitsgeschichte seit Platon. Schöne Objekte sind beispielsweise Derrida, Kant, Hegel (siehe oben) und – mittlerweile etwas veraltet – die Achse des Bösen. Oder wie wäre es mit diesem T-Shirt mit John Locke Picard? Oder der leckere Nietzsche-Riegel namens Will to Power? Die Reklame verspricht:
When your Wille zur Macht is a-flagging or you’re just a little tired of transvaluating all values, try these! Nietzsche’s Will To Power Bar transcends good and evil, it establishes new ideas, and escapes the constraints of Judeo-Christianity.
Oder für den Freund Albert Camus’ hier eine edle Sisyphos-Uhr. Oder die schönen Jesus-Produkte wie das What-would-Jesus-wear?-Dress-up-set und die Jesus-Rasur-Tasse.
Kurz, da ist für jeden was dabei. Wir lernen daraus: Arbeitslosigkeit unter Philosophen muss nicht sein, wenn man nur eine clevere Idee und schweineviel Glück hat, dass man sich bei sowas nicht maßlos verschuldet und immer genügend Kunden hat. Ansonsten empfiehlt der blinde Hund: Lieber was Anständiges studieren.


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