Lärm um Adorno-Preis für Judith Butler

Judith Butler wird von vielen Philosophen nicht für voll genommen, wie auch Brian Leiter in einem jüngeren Blogpost andeutet, z.B. wenn er einen extrem Butler-kritischen Aufsatz von Martha Nussbaum verlinkt. Dennoch zollt er ihr Respekt für ihre jüngste Antwort, die sie auf einen kritischen Artikel der Jerusalem Post gebeben hatte, in dem ihr u.a. Antisemitismus und Unterstützung von Hamas und Hisbollah vorgeworfen wurde. Anlass war die Verleihung des Adorno-Preises an Butler. Alle links inklusive einer hübschen Beleidigung aus der Butler-Fangemeinde bei Leiter:

Und auch in Deutschland gibt’s Kontroversen: “Stadt Frankfurt verteidigt Judith Butler” titelt die ZEIT, “Schlammschlacht um Adorno-Preis” die SZ und in der taz wird auf eine spätere Richtigstellung ihrer Aussage hingewiesen, dass Hamas und Hisbollah “progressive” Bewegungen der Linken seien. Eine klare Distanzierung von solchen Organisationen scheint das allerdings auch nicht zu sein.

Nachtrag: Ein sehr lesenswerter Artikel dazu bei Blogkow.

“Examined Life” – Dokumentarfilm über Philosophen und so ein paar andere

Der Dokumentarfilm “Examined Life” (2008) über eine Hand voll zeitgenössischer Philosophen und Pseudophilosophen ist bei youtube vollständig zu sehen:

Interviewt werden Cornel West, Avital Ronell, Peter Singer, Kwame Anthony Appiah, Martha Nussbaum, Michael Hardt, Slavoj Žižek und Judith Butler. Die Regisseurin Astra Taylor hatte im Jahr 2005 bereits den Film “Žižek!” gemacht (ebenfalls bei youtube zu sehen), und der hektische Žižek taucht ja auch in “Examined Life” auf (und erzählt auf, zugegeben, unterhaltsame Weise unglaublichen Blödsinn).  Mehr Infos zum Film bei Wikipedia. Dort wird auch eine Kritik des Films von der selbst portraitierten Martha Nussbaum verlinkt, die den Film eher für einen Verrat an der Philosophie hält als für eine gute Darstellung dessen, was Philosophie ausmacht:

Sie kritisiert – m.E. völlig zurecht – die Auswahl der vermeintlichen Philosophen, von denen sie einigen Folgendes attestiert:

They aren’t—even in their books—all that concerned with rigorous argument, or with the respectful treatment of opposing positions.

Quizfrage: Wer mag da wohl gemeint sein?

Und wenn ich das mal so zusammenhangslos bemerken darf, Judith Butler sieht aus wie der (großartige) Schauspieler Sven Lehmann vom Deutschen Theater Berlin.

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