Weber-Wulff über die Plagiatssuche
31. März 2013 Hinterlasse einen Kommentar
In der FAZ ist ein informativer Bericht über einen Vortrag von Deborah Weber-Wulff erschienen:
Um der Plagiatsseuche zu begegnen, schlägt sie Folgendes vor:
Sie plädiert für ein Jahr universitärer Grundausbildung, das jedem Studium vorausgehen sollte, in dem unter anderem wissenschaftliches Arbeiten gelehrt wird. Man müsse der Realität ins Auge sehen, dass Abiturienten heutzutage diese Qualifikation nicht mehr mitbringen. Die Dissertationen von Politikern seien ja nur die Spitze eines Eisbergs, der beim Wikipedia-Plagiat von Hausaufgaben im ersten Semester beginne.
Der Vorschlag ist gar nicht schlecht. Allerdings wird das ja z.T. schon so gemacht – in den ersten Semestern werden (in den Geisteswissenschaften) normalerweise wissenschaftliche Arbeitstechniken vermittelt, darunter auch korrektes Zitieren. Nur hilft das leider auch nicht immer, da Plagiate in der Regel vorsätzlich und nicht nur durch Unwissenheit begangen werden. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Eine solide Einführung in wissenschaftliches Arbeiten ist fraglos nötig, aber wichtiger wäre (etwas hochtrabend gesagt), die Wissenschaftsmoral zu fördern. Und auch durch Änderung der Strukturen, bei denen Studenten durch zu viel Prüfungs-, Zeit- und Leistungsdruck dazu verführt werden, sich bei fremder Arbeit zu bedienen. Letzteres soll natürlich Plagiate nie und nimmer entschuldigen, aber es dürfte einer der Faktoren sein, die zu Plagiaten führen, und ist daher ernstzunehmen.

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