Philosophen in den 80ern…

… sahen so aus.

Dieses Bild von einer Donald-Davidson-Konferenz, die 1984 an der Rutgers University stattfand, hat Brian Leiter kürzlich in seinem Blog verlinkt. Unter dem Bild ist eine Liste mit den identifizierten Personen, wozu u.a. Quine, Putnam, Kripke, Dummett und andere nicht völlig unbekannte Philosophen zählen.

Videos zu “New Realism”-Konferenz mit Searle, Boghossian, Putnam u.a. im Netz

Die Uni Bonn hat etwas extrem Verdienstvolles getan, nämlich die Vorträge auf der (hier schon erwähnten) New-Realism-Konferenz ins Netz gestellt, die im März in Bonn stattfand:

Zu sehen sind die Vorträge von Hilary Putnam (via Skype), Susan Haack, Markus Gabriel, Paul Boghossian, Lewis Gordon, Maurizio Ferraris, John Searle, Akeel Bilgrami, Werner Gephart und Andrea Kern. Ein Hoch auf die Uni Bonn und die Konferenzveranstalter!

Anti-Postmoderne-Tagung in Bonn mit Searle, Putnam, Boghossian

Vom 26. bis 28. März findet in Bonn eine Tagung zum Thema “New Realism” statt, die hochkarätiger kaum besetzt sein könnte. Es sprechen u.a. John Searle, Hilary Putnam (per Videokonferenz) und Paul Boghossian. In der Ankündigung heißt es:

Gegen eine solche Auffassung der „Postmoderne“ und insbesondere gegen die Verabschiedung von Tatsachen, Wahrheit und Objektivität auf der Basis einer vermeintlichen Einsicht in die soziale Konstruktion der Wirklichkeit sind inzwischen viele gewichtige Stimmen laut geworden. Wir fassen diese Stimmen unter dem Namen des ‚Neuen Realismus‘ zusammen, den wir mit der Tagung aus der Perspektive verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen – der Philosophie, der Soziologie, der Literatur- und Bildwissenschaft, der Naturwissenschaft – angehen und international sichtbar weiter vorantreiben möchten. [...] Es soll darum gehen, die Aussichten für einen neuen Realismus im Hinblick auf die Frage zu untersuchen, inwiefern dieser überzeugendere Modelle für die postmoderne Diagnose einer Pluralität von Wahrheiten, Sprachspielen oder Perspektiven anzubieten hat.

Quelle: http://new-realism.de/

Weitere Infos findet man unter angegebener Quelle. Ich habe keine Zeit, ansonsten würde ich sofort hinfahren und auch jedem Philosophieinteressierten empfehlen, sich diese philosophischen Schwergewichte mal aus der Nähe anzuschauen. Den Veranstaltern viel Erfolg und hoffentlich gibt’s dann recht bald einen Tagungsband!

Erinnerungen an Michael Dummett

Wie das Philoblog vor kurzem berichtete, ist am 27. Dezember 2011 der englische Philosoph Michael Dummett gestorben, einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. In der New York Times haben sich viele namhafte Philosophen wie Hilary Putnam, Timothy Williamson, Ernie Lepore, Crispin Wright, Graham Priest und Christopher Peacocke versammelt und Nachrufe bzw. Erinnerungen an Dummett verfasst:

Heitere Beispiele #1

In der Philosophie sind aus irgendeinem Grund alberne bis absurde Beispiele beliebt, übrigens insbesondere in der analytischen Tradition. Woran das liegt, das weiß so genau keiner, ist ja aber auch egal. Oft haben diese Beispiele auch eine extrem lange Lebensdauer und man weiß nicht so recht, wer überhaupt der Erfinder des Beispiels war, auch wenn man in einer großen Zahl von Fällen mit guten Gründen auf Wittgenstein, Putnam, Quine oder am besten immer gleich auf Wittgenstein tippen kann.

Ich werde, wenn mir welche auffallen, mal die heiteren dieser Beispiele hier sammeln. Heute macht den Anfang Gregory Currie. Selbiger erklärt die Grenzen seines Kommunikationsbegriffs mit einem Satz heißer Ohren:

“If my ears turn red when it rains, and you see my ears turn red und infer that it’s raining, I have not communicated anything to you [...].”

[aus: G. Currie: The Nature of Fiction. Camebridge University Press 1990, S. 25]

Titelanleihen bei der Populärkultur

Ich habe vor kurzem einen Vortrag von Wolfgang Detel gehört, in dem er zu Beginn bemerkte, dass es bei vielen Analytischen Philosophen beliebt ist, für die Titel ihrer Arbeiten Zitate aus der Populärkultur zu verwenden. Vielleicht das bekannteste Beispiel (ich allerdings wusste das nicht) ist Quines Buch From A Logical Point Of View von 1953, das sich einem Harry-Belafonte-Song verdankt (hier in einer Version von Robert Mitchum), der die schönen Verse enthält:

So from a logical point of view,
Marry a woman uglier than you.

In einem neu geschriebenen Vorwort von 1980 schrieb Quine:

Henry Aiken and I were with our wives in a Greenwich Village nightspot when I told him of the plan, and Harry Belafonte had just sung the calypso “From a logical point of view.” Henry noted that this would do nicely as a title for the volume, and so it did.

Als ein zweites Beispiel verwies Detel auf Putnams 1962 veröffentlichen Aufsatz It Ain’t Necessarily So , das sich Gershwins Song aus Porgy and Bess verdankt (hier eine Version mit Aretha Franklin).

Wenn jemandem mehr Beispiele einfallen, bitte hier posten!

Interview mit John Searle

Im Juni diesen Jahres hat John Searle am Moskauer Center for Consciousness Studies ein Interview gegeben. Die (manchmal etwas verwirrt wirkenden) Interviewer sind Vadim Vasilyev und Dmitry Volkov:

Ich hab nur in den Anfang reingehört, zu Beginn geht es vor allem um Searles intellektuelle Biographie, und insbesondere um die Frage, wieso sich Searle, der ja mit Sprachphilosophie begann, im Laufe der Jahre Themen aus der Philosophie des Geistes, insbesondere dem Thema der “Intentionalität” zugewandt hat. Danach erläutert Searle sein Gedankenexperiment vom Chinesischen Zimmer, und man darf vermuten, dass auch der Rest des Interviews sich um Fragen im Umkreis der Philosophie des Geistes dreht.

Auf derselben Seite findet man auch Interviews mit illustren Persönlichkeiten wie Putnam, Dennett, Scott Soames, Richard Swinburne, Timothy Williamson, David Dubrovskiy und David Rosenthal. Darüber hinaus Vorlesungs- und Diskussionsmitschnitte (u.a. auch von Searle), Buchvorstellungen usw.

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